Vorstellungsgespräch per Videocall: So bereiten Sie sich richtig vor
Immer mehr Praxen führen das erste Kennenlernen per Videocall – das spart beiden Seiten Anfahrt und lässt sich auch in einen vollen Behandlungstag einschieben. Für Sie als Bewerber:in heißt das: Der erste Eindruck entsteht am Bildschirm. Mit dieser Vorbereitung gelingt er.
Vor dem Gespräch: Technik testen – einmal richtig
Nichts stört ein Gespräch mehr als „Hören Sie mich?". Planen Sie am Vortag zehn Minuten für einen Technik-Check ein:
- Verbindung: Wenn möglich WLAN-nah oder per Kabel; Videotelefonie verzeiht schwaches Netz schlecht. Handy als Reserve bereitlegen.
- Programm: Den zugeschickten Link (z. B. Zoom, Teams, Google Meet) vorab einmal öffnen – manche Programme wollen erst etwas installieren oder nach Kamera-Erlaubnis fragen.
- Ton: Kopfhörer mit Mikrofon klingen fast immer besser als das eingebaute Laptop-Mikrofon und verhindern Echo.
- Probelauf: Kurz mit Freund:innen oder Familie testen – dabei sehen Sie auch gleich, wie Ihr Bild wirkt.
Treten Sie dem Gespräch 5 Minuten früher bei. Und falls doch etwas hakt: Ruhe bewahren – Technikpannen passieren auch den Praxisinhaber:innen, souveräner Umgang damit hinterlässt sogar einen guten Eindruck.
Bild und Umgebung: einfach, ruhig, hell
- Licht von vorn: Setzen Sie sich mit dem Gesicht zum Fenster oder stellen Sie eine Lampe hinter den Bildschirm. Licht von hinten macht Sie zur Silhouette.
- Kamera auf Augenhöhe: Laptop auf einen Bücherstapel stellen – der Blick „von oben herab" oder „von unten in die Nase" ist vermeidbar.
- Ruhiger Hintergrund: Eine schlichte Wand oder ein aufgeräumtes Regal reicht völlig. Unruhige Filter und Kunsthintergründe lieber weglassen.
- Störquellen aus: Handy stumm, Mitbewohner:innen informiert, Tür zu, Benachrichtigungen am Rechner aus.
Kleidung und Auftreten
Es gilt dasselbe wie in der Praxis: gepflegt und authentisch, kein Kostüm und kein Anzug nötig. Was Sie auch zur Hospitation tragen würden, passt im Videocall. Wichtig: ins Gespräch hinein lächeln, in die Kamera schauen (nicht auf das eigene Bild) und das Gegenüber aussprechen lassen – kleine Verzögerungen in der Leitung führen sonst schnell zu Durcheinander.
Inhaltlich vorbereiten – wie auf jedes Gespräch
Der Videocall ist meist das Erstgespräch: Es geht ums Kennenlernen, nicht ums Verhör. Bereiten Sie drei Dinge vor:
- Ihre Kurzvorstellung (2 Minuten): Ausbildung, Erfahrung bzw. Examensjahr, fachliche Interessen, gewünschter Stundenumfang, möglicher Starttermin.
- Ihre Fragen an die Praxis: Taktzeiten, Einarbeitung, Team, Fortbildungen, Verwaltungsentlastung – die wichtigsten Fragen finden Sie in unserem Artikel zum Berufseinstieg.
- Ihre Unterlagen griffbereit: Lebenslauf und Urkunden als PDF auf dem Desktop – falls danach gefragt wird, können Sie sie direkt nachreichen.
Das gehört nicht in den Videocall
- Nebenbei tippen, essen oder aufs Handy schauen – man sieht es immer.
- Auswendig gelernte Monologe – lieber natürlich sprechen und nachfragen.
- Schlechtreden des bisherigen Arbeitgebers – wirkt im kleinen Videofenster noch unangenehmer als am Tisch.
Nach dem Gespräch
Ein kurzes Dankeschön per E-Mail am selben oder nächsten Tag rundet den Eindruck ab – zwei Sätze genügen. Und: Fragen Sie aktiv nach dem nächsten Schritt, idealerweise einer Hospitation vor Ort. Denn ob Praxis und Team wirklich passen, zeigt erst das persönliche Kennenlernen.